Liebster Mitbewohner by Fiona Winter

Liebster Mitbewohner by Fiona Winter

Autor:Fiona Winter [Winter, Fiona]
Die sprache: deu
Format: epub
Goodreads: 17369407
veröffentlicht: 2013-01-15T23:00:00+00:00


Wir nahmen zwar Horrorfilme statt Liebesschnulzen, Chips statt Eiskrem und Elena vergoss auch den Rest des Tages keine einzige Träne - trotzdem war es schön. Als der Mörder ein Opfer ganz besonders grausam zurichtete, sah ich Elena sogar kurz grinsen. Nachmittags wachte Daniel auf und setzte sich zu uns, doch er schien nicht wirklich bei der Sache zu sein. Mit glasigem Blick starrte er auf den Bildschirm und reagierte mit enormer Zeitverzögerung, wenn er angesprochen wurde.

Als Elena und ich uns abends in unser Zimmer zurückzogen, nahm ich mir vor, am nächsten Tag ein ernstes Wort mit meinem besten Freund zu sprechen.

Also schlich ich am nächsten Morgen um acht, kaum dass Elena zur Arbeit gegangen war, in Daniels Zimmer. Wieder hing dieser muffige Geruch im Raum. Ich zog den Rollladen hoch und öffnete erst einmal das Fenster, damit ich überhaupt atmen konnte. Dann wandte ich mich wieder Daniel zu und erstarrte vor Schreck. Er saß kerzengerade in seinem Bett und sah mich an. „Was hast du gemacht?“

„Ich… habe nur den Rollladen hochgezogen und das Fenster aufgemacht.“

„Warum?“

„Weil ich hier drin nicht ersticken will, während ich mit dir reden.“

Daniels Gehirn schien nur sehr langsam auf Touren zu kommen. „Wie viel Uhr ist es?“

„So viertel nach acht?“

„Das ist nicht dein Ernst, oder?“ Stöhnend ließ er sich zurück in seine Kissen fallen. „Hast du eine Ahnung, wann ich gestern schlafen gegangen bin?“

„Um zehn. Da hast du mich und Elena aus deinem Zimmer geworfen, weil du dich hinlegen wolltest.“

„Echt jetzt? Es kommt mir vor, als hätte ich nur drei oder vier Stunde geschlafen.“

„Es waren zehn.“

„Danke, Rechnen kann ich selbst.“

„Willst du Kaffee?“

„Ich will schlafen.“

„Leider keine Option.“

Daniel stöhnte und fuhr sich mit beiden Händen durch die verstrubbelten blonden Haare. „Schön. Kaffee hört sich gut an.“

Wenig später saßen wir in der Küche, jeder eine Tasse mit dampfendem Inhalt in der Hand.

„Dani, so langsam mache ich mir echt Sorgen um dich.“

Er blickte auf, dann richtete er seine Augen wieder auf den Kaffee. „Da fehlt Milch.“ Er stand auf und ging zum Kühlschrank.

„Dani.“

„Und Zucker.“

„Du kannst dem Thema nicht ewig aus dem Weg gehen. Oder was willst du nach Milch und Zucker noch alles in deinen Kaffee kippen?“

Er blieb an die Arbeitsplatte gelehnt stehen und rührte in seinem Kaffee. Sein Blick huschte zum Vorhang, der die Küche vom Flur trennte. Er sah aus wie ein Beutetier auf der Suche nach einer Fluchtmöglichkeit.

„Was ist mit dir und Miri? Denkst du nicht, es würde dir helfen, wenigstens ein einziges Mal darüber zu reden?“

„Es ändert nichts, wenn ich darüber rede.“

„Das weißt du doch gar nicht. Vielleicht kann ich dir helfen, dir irgendeinen Rat geben und es kommt alles wieder in Ordnung.“

„Dein Rat kann auch nichts daran machen.“

„Woran machen?“

„Mann, Maja.“ Er stierte wie hypnotisiert in seinen Kaffee. „Daran, dass Miri weggeht.“ Er seufzte und plötzlich schien der Damm gebrochen. „Wie soll das denn funktionieren? Ein Jahr lang Fernbeziehung. Und wir sind noch nicht so lange zusammen. Das klappt doch nie.“

„Warte mal. Wo geht sie denn hin?“

„Kanada.“

„Ka.... Was will sie denn da?“

Daniel ließ sich wieder auf seinen Stuhl fallen.



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